Blei in Munition, Kugeln und Angelgerät

Blei wird seit Jahrhunderten in Munition für Jagd- und Sportschießen sowie in Angelgeräten verwendet. Es wird geschätzt, dass pro Jahr durch folgende Verwendungen ca. 100 000 Tonnen Blei in der EU in die Umwelt gelangen: 79 % gehen auf das Sportschießen zurück, 14 % auf die Jagd und 7 % auf Angel- und Fischereiaktivitäten.

Die Verwendung von Bleimunition oder bleihaltigem Angelgerät verursacht bekanntermaßen Bleivergiftungen bei Wildtieren, wie z. B. Vögeln. Außerdem kann die Gesundheit von Menschen beeinträchtigt werden, entweder durch Bleireste, die in Wild vorhanden sind, das mit Bleimunition erlegt wurde, oder wenn Bleimunition, Angelgewichte oder Köder zu Hause hergestellt werden.

Wenn die derzeitige Freisetzung von Blei aus diesen Aktivitäten anhält, würden in den kommenden 20 Jahren ohne weitere Regulierung etwa 1,9 Millionen Tonnen Blei in die Umwelt gelangen.

Was sind die Bedenken?

Blei ist für Menschen und Tiere giftig.

Nur ein sehr geringer Anteil der abgefeuerten Bleimunition trifft ihr Ziel. Der Rest dieser „verbrauchten“ Bleimunition verbleibt in der Umwelt, wo er von Vögeln aufgenommen werden kann, die ihn für Nahrung oder kleine Steine halten, die sie fressen, um das Zermahlen der Nahrung in ihren Kaumägen zu unterstützen. Es ist bekannt, dass viele Wasservogelarten, zum Beispiel Enten, Gänse und Schwäne, gebrauchte Bleimunition schlucken. Auch Angelgerät mit Blei geht oft bei Gebrauch verloren und wirkt sich auf Vögel ebenso aus wie Bleimunition und -geschosse, wenn es gefressen wird. Darüber hinaus fördern einige moderne Angelpraktiken die absichtliche Freisetzung von Bleigewichten im Wasser (das sogenannte „Abwerfen des Bleis“).

Nach dem Verschlucken werden Bleimunition, Gewichte oder Köder schnell in kleine Partikel zermahlen, wodurch das Blei schneller in den Blutkreislauf der Vögel gelangt. In einigen Fällen kann dies zum Tod führen oder subletale Auswirkungen haben. Die Aufnahme eines einzigen Stücks Bleimunition reicht aus, um einen kleinen Wasservogel zu töten. Dieser Expositionsweg wird als „Primärvergiftung“ bezeichnet.

Darüber hinaus fressen Aasfresser oder Raubtiere (einschließlich Vögel) versehentlich Bleifragmente, die sich im Gewebe ihrer Nahrung befinden. Dies schließt Fälle ein, in denen Bleifragmente in den weggeworfenen inneren Organen von Großwild vorhanden sind, die von Jägern nach dem sogenannten „Aufbrechen von Kadavern“ zurückgelassen wurden. Das wird als „Sekundärvergiftung“ bezeichnet und führt bekanntermaßen ebenfalls in vielen Fällen zur Bleivergiftung von Wildtieren.

Die ECHA schätzt, dass in der gesamten EU mindestens 135 Millionen Vögel von einer Bleivergiftung bedroht sind.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Die Exposition gegenüber Blei ist mit einer Reihe negativer gesundheitlicher Auswirkungen verbunden, einschließlich verminderter Fruchtbarkeit, kardiovaskulärer Erkrankungen, entwicklungsbezogener Wirkungen bei Säuglingen und Kindern, Schädigung von Organen durch längere oder wiederholte Exposition und Krebs. Blei ist insbesondere schädlich für die neurologische Entwicklung von Kindern. Die ECHA schätzt, dass jedes Jahr etwa eine Million Kinder durch den Verzehr von Wildfleisch für die toxischen Wirkungen von Blei anfällig sind.

Menschen kommen hauptsächlich über zwei Wege mit Blei in Berührung: Einatmen und Verschlucken. Jäger und Sportschützen können beim Schießen Bleidämpfe und -staub einatmen. Auch Jäger und Angler können giftige Dämpfe einatmen, wenn sie Blei schmelzen, um selbstgemachte Kugeln und Angelgeräte herzustellen. Eine solche Tätigkeit kann auch andere Mitglieder des Haushalts gefährden.

Die Exposition durch Verschlucken erfolgt beim Verzehr von Wildfleisch, das mit Bleimunition erlegt wurde. Jüngste Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass mit Bleimunition getroffenes Wild mikroskopisch kleine Bleifragmente enthalten kann, die bei der Fleischzubereitung nicht entfernt werden können. Das Verfahren, Fleisch um den Wundkanal herum „wegzuschneiden“ und zu entsorgen oder sichtbare Bleifragmente zu entfernen, reicht nicht aus, um sämtliches Blei zu entfernen. Ein Verschlucken kann auch durch Hand-zu-Mund-Exposition bei der Handhabung von Bleimunition, Projektilen oder Angelgewichten und -ködern erfolgen.

Auf Grundlage klinisch belegter Risiken für Kinder und Schwangere hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlen, die Exposition gegenüber Blei sowohl über die Nahrung als auch über andere Quellen zu reduzieren.

Jede Reduzierung der Exposition gegenüber Blei über die Nahrung senkt das Risiko für die menschliche Gesundheit, insbesondere für Kinder und Erwachsene, die regelmäßig Wildfleisch essen. Mehrere Lebensmittelbehörden in den EU-Mitgliedstaaten raten ihren Bürgern bereits, mit Blei gejagtes Wild in Maßen zu essen. So rät die französische Agentur für Lebensmittel, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES) der Öffentlichkeit, mit Bleimunition erlegtes Wild nicht öfter als dreimal im Jahr zu verzehren, und dass Kinder und schwangere Frauen überhaupt kein mit Bleimunition erlegtes Wildfleisch essen sollten.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Verzehr von mit bleihaltigem Angelgerät gefangenen Fischen zu einer Exposition gegenüber Blei führt.

Alternativen zu Blei

Die Beschränkung von bleihaltiger Munition ist nichts Neues. In vielen EU-Mitgliedstaaten bzw. Regionen innerhalb von Mitgliedstaaten gelten bereits Verbote für bestimmte Arten von Munition. Die Erfahrungen aus diesen Ländern haben gezeigt, dass Jäger und Sportschützen sich an die Verwendung von Alternativen anpassen konnten, ohne dass wesentliche Probleme in Bezug auf Querschläger oder Sicherheitsfragen aufgetreten sind.

Studien zeigen, dass die Wirksamkeit von bleifreien Geschossen (in großen Kalibern) die gleiche ist wie bei Bleigeschossen und dass die ethische Jagd mit bleifreien Alternativen gewährleistet werden kann.

Munition aus Stahl

Die Leistungsfähigkeit von Munition aus Stahl hat sich seit deren Einführung erheblich verbessert. Feldstudien haben gezeigt, dass Jäger, die Stahlmunition verwenden, dieselben Ergebnisse erzielen können wie mit Bleimunition. Die effektive Schussdistanz für moderne Stahlmunition entspricht der typischen Reichweite, in der üblicherweise gejagt wird. Für einige Arten größeren Wildgeflügels, wie z. B. Gänse, sind unter Umständen mit Hochleistungs-Stahlpatronen kompatible Schrotflinten erforderlich.

Untersuchungen zeigen, dass Querschläger sowohl mit Stahl- als auch mit Bleimunition auftreten. Die Erfahrungen aus Dänemark sowie die Forschung aus Deutschland weisen darauf hin, dass sich das Unfall- oder Verletzungsrisiko durch Querschläger bei Verwendung von Stahlmunition im Vergleich zu Blei nicht erhöht.

Die aktuellen Preise für Stahl- und Bleimunition sind vergleichbar.

Munition aus Wismut und Wolfram

Als Alternative zu Bleimunition können auch Schrotkugeln auf Wismut- oder Wolframbasis verwendet werden. Sie können in jeder Schrotflinte verwendet werden, auch in alten Schrotflinten, die möglicherweise nicht für die Verwendung mit Stahlschrot geeignet sind.

Bismut- und wolframbasierte Schrotpatronen sind derzeit etwa vier- bis fünfmal teurer als Bleischrotpatronen. Sie werden wahrscheinlich auch teurer bleiben als Blei- (und Stahl-) Schrotpatronen, da sie in weitaus geringeren Mengen produziert, verkauft und verwendet werden.

Gewehrmunition

Bleifreie Gewehrmunition ist auf dem europäischen Markt in zahlreichen Kalibern erhältlich, die für die meisten Jagdsituationen in Europa geeignet sind. Mindestens 13 große europäische Firmen stellen bleifreie Geschosse für verschiedene Gewehrkaliber her.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bleifreie Geschosse zu etwas höheren Kosten erworben werden können, aber es ist nicht zu erwarten, dass die Preiserhöhung die Jagd oder das Sportschießen einschränken wird.

Angelgewichte und Köder

Auch zu Bleigewichten und -ködern gibt es mehrere Alternativen, wie z. B. solche aus Zinn, Wolfram, Glas oder verschiedenen Legierungen. ;

Müssen vorhandene Schrotflinten und Gewehre ersetzt werden?

Die verfügbaren Daten, auch von großen Schrotflintenherstellern, deuten darauf hin, dass Standard-Stahlschrot in den meisten standardgeprüften Flinten verwendet werden kann. Wismut- und Wolframladungen können in jeder beliebigen Schrotflinte verwendet werden.

Jäger, die Stahlmunition verwenden, müssen die „Zweierregel“ anwenden und zwei Munitionsgrößen kleiner wählen, um pro Schrotkugel dieselbe Energie wie bei Blei zu erhalten. Zum Jagen von Gänsen und Vögeln, die ähnlich groß oder größer sind, ist mehr Energie pro Schrotkugel erforderlich, was die Verwendung von „Hochleistungs“-Gewehrpatronen aus Stahl notwendig machen kann. Wenn eine Schrotflinte nicht mit der Lilie („Fleur-de-Lis“) gekennzeichnet ist, wird empfohlen, bei einem Waffenschmied prüfen zu lassen, ob die Schrotflinte mit Hochleistungs-Gewehrpatronen aus Stahl kompatibel ist.

Informationen von Herstellern und Hinweise von Jagdverbänden haben gezeigt, dass Jäger, die auf bleifreie Großkaliber-Gewehrmunition umsteigen wollen, keine neuen Waffen kaufen müssen.

Von der ECHA vorgeschlagene Beschränkung

Im Juli 2019 forderte die Europäische Kommission die ECHA auf, die Verwendung von Blei in Munition und in der Fischerei zu untersuchen und bei Bedarf Beschränkungen vorzuschlagen. Der Antrag ist eine Ergänzung zur Beschränkung der Verwendung von Bleimunition in Feuchtgebieten. Die Untersuchung umfasst folgende Themen:

Jagd:

  • Jagd mit Munition (außerhalb von Feuchtgebieten)
  • Jagen mit kleinkalibrigen Geschossen
  • Jagen mit großkalibrigen Geschossen

Sportschießen:

  • Sportschießen im Freien mit Munition (außerhalb von Feuchtgebieten)
  • Sportschießen im Freien mit Kugeln
  • Sonstiges Schießen im Freien mit Luftgewehr/Feuerwaffe/Pistole

Schießen mit historischen Waffen:

  • Sonstige Schießaktivitäten im Freien, einschl. Vorderlader, Historiendarstellungen

Fischerei

  • Blei in Angelgewichten und Ködern
  • Blei in Fischernetzen, Seilen und Leinen (wo Blei verarbeitet ist)

Militärische Verwendungen von Bleimunition, zusammen mit anderen nicht-zivilen Verwendungen von Bleimunition, wie z. B. durch Polizei und Zollkräfte, sind nicht im Umfang der Untersuchung enthalten. Die Verwendung von Bleimunition in Innenräumen ist ebenfalls ausgeschlossen.

Die Agentur trug mittels einer Konsultation, die von Oktober bis Dezember 2019 dauerte, Daten zur Unterstützung ihrer Untersuchung zusammen. Die ECHA hat den Vorschlag am 15. Januar 2021 eingereicht.

Vorschlag zur Beschränkung

Nach der Bewertung aller Verwendungen von Blei, die in den Geltungsbereich des Antrags der Kommission fallen, kam die ECHA zu dem Schluss, dass von diesen Verwendungen Risiken für Wildtiere, Nutztiere, die Umwelt und die menschliche Gesundheit ausgehen, die nicht ausreichend kontrolliert werden und auf EU-Ebene angegangen werden müssen. Diese Schlussfolgerung steht im Einklang mit der Beschränkung der Verwendung von Bleischrot in Feuchtgebieten und anderen Beschränkungen für Blei.

Verschiedene Optionen zur Bewältigung der Risiken wurden im Hinblick auf ihre Effektivität und Auswirkungen auf die Gesellschaft bewertet. Die folgende Beschränkung wird - unterteilt nach Verwendungssektoren - vorgeschlagen:

Verwendungssektor Vorgeschlagene Beschränkungsmöglichkeiten
Jagd
Jagd mit Stahlmunition (außerhalb von Feuchtgebieten) Verbot des Inverkehrbringens und der Verwendung (mit einer fünfjährigen Übergangsfrist)
+ Verpflichtung zur Information der Verbraucher über das Bleirisiko und die Verfügbarkeit von Alternativen am Verkaufsort (Informationspflicht)
Jagen mit kleinkalibrigen Bleigeschossen (<5.6 mm centrefire)d>Verwendungsverbot (mit fünfjähriger Übergangsfrist) +
Informationspflicht
+ Pflicht zur Kennzeichnung des Produkts, um die Verbraucher über die Risiken von Blei und verfügbare Alternativen zu informieren (Kennzeichnungspflicht)
Jagen mit großkalibrigen Bleigeschossen (> 5,6 mm) Verwendungsverbot (mit einer 18-monatigen Übergangsfrist) +
Informationspflicht
+ Kennzeichnungspflicht
Sportschießen im Freien und Schießen mit historischen Waffen
Sportschießen mit Bleimunition

BEVORZUGTE OPTION: Verbot des Inverkehrbringens und der Verwendung (mit einer fünfjährigen Übergangsfrist)
+ Informationspflicht

ERGÄNZENDE OPTION: Bedingte Ausnahmeregelung unter strengen Auflagen +
Kennzeichnungspflicht
+ Berichtspflicht für die Mitgliedstaaten, damit die Kommission die Verwendung von Bleimunition überwachen kann

Sportschießen mit Bleigeschossen und mit Luftgewehren, Feuerwaffen oder Pistolen
Verbot der Verwendung, wenn am Schießplatz keine Kugelfänge vorhanden sind (mit Übergangsfristen je nach Kalibergröße:
  • Kleine Kaliber: fünf Jahre
  • Große Kaliber: 18 Monate)
+ Informationspflicht
+ Kennzeichnungspflicht
Schießen mit historischen Waffen, z. B. Vorderlader und historische Inszenierungen.
Fischerei
Blei in Angelgewichten und Ködern
Verbot des Inverkehrbringens und der Verwendung (mit Übergangsfristen je nach Art und Gewicht:
  • Gewichte und Köder ≤ 50 g: drei Jahre)
  • Gewichte und Köder > 50 g: fünf Jahre)
  • Rute: keine Übergangszeit)
+ Verbot der Verwendung mit Absetztechniken (keine Übergangszeit)
+ Informationspflicht
Blei in Fischernetzen, Seilen und Leinen Keine Beschränkung vorgeschlagen


Das Ziel der vorgeschlagenen Beschränkung ist es nicht, die Jagd, das Sportschießen oder das Fischen zu verbieten.

Die Agentur erkennt an, dass z. B. die Jagd in verschiedenen Regionen der EU erhebliche soziale, kulturelle, wirtschaftliche und ökologische Vorteile bietet und eine Rolle beim Naturschutz spielt.

Es wird geschätzt, dass die vorgeschlagene Beschränkung die Bleiemissionen über einen Zeitraum von 20 Jahren nach ihrer Einführung um etwa 1,5 Millionen Tonnen reduzieren könnte. Dies wäre eine Reduzierung von 78 % im Vergleich zur Situation ohne die vorgeschlagene Beschränkung.

Außerdem würde eine Beschränkung von Blei in der von der ECHA vorgeschlagenen Weise die Kinder von Haushalten schützen, die sehr häufig Wildfleisch essen. Es wird angenommen, dass durch ein Verbot von großkalibrigen Geschossen und Bleischrot der IQ-Verlust bei bis zu 7 000 Kindern pro Jahr vermieden werden könnte.

Nach der Analyse der ECHA werden die Gesamtkosten der Beschränkung auf bis zu 12 Milliarden EUR über 20 Jahre nach Inkrafttreten geschätzt. Die Kosten, die der Gesellschaft durch die Vermeidung der Freisetzung von einem Kilogramm Blei in die Umwelt entstehen, liegen zwischen 0,5 EUR und 1 513 EUR.

Eine sechsmonatige Konsultationzu diesem Vorschlag begann am 24. März 2021. Während der Konsultation können alle Beteiligten ihre Argumente für oder gegen den Vorschlag vorbringen. Diese Argumente Dritter können den Vorschlag ändern, wenn sie durch solide wissenschaftliche Beweise untermauert sind.

Stellungnahmen der Ausschüsse

Die Ausschüsse für Risikobeurteilung (RAC) und sozioökonomische Analyse (SEAC) der ECHA haben 12 Monate Zeit, die Stärken und Schwächen des Vorschlags zu bewerten und ihre Stellungnahmen abzugeben. In ihren Stellungnahmen berücksichtigen sie die während der Konsultation eingegangenen Kommentare. Der Entwurf der Stellungnahme des SEAC wird einer weiteren 60-tägigen Konsultation unterzogen, bevor er angenommen wird.

Die konsolidierte Stellungnahme sowohl des RAC als auch des SEAC zum Beschränkungsvorschlag wird bis Mitte 2022 erwartet.

Entscheidung der Europäischen Kommission und der EU-Mitgliedstaaten

Sobald die wissenschaftliche Bewertung des Vorschlags abgeschlossen ist, wird erwartet, dass die Kommission ihren Legislativvorschlag im Anschluss an den Bericht der ECHA und die gemeinsame Stellungnahme der Ausschüsse ausarbeitet. Der Vorschlag der Kommission zur Änderung des Verzeichnisses der Stoffe mit eingeschränkter Verwendung gemäß Anhang XVII der REACH-Verordnung wird den EU-Mitgliedstaaten im REACH-Ausschuss zur Abstimmung vorgelegt.

Bevor eine Beschränkung angenommen werden kann, muss sie vom Europäischen Parlament und vom Rat geprüft werden.

Beschränkung der Verwendung von Bleimunition in Feuchtgebieten

Im Januar 2021 hat die Europäische Kommission eine Beschränkung für die Verwendung von Bleischrot in Feuchtgebieten in der gesamten EU beschlossen. Sie wird ab dem 15. Februar 2023 in allen 27 EU-Mitgliedstaaten gelten. Diese Beschränkung erlaubt es den Mitgliedstaaten auch, Bleimunition in allen Gebieten zu verbieten, wenn 20 % oder mehr des Landesgebiets Feuchtgebiete sind. In diesem Fall gilt die Beschränkung ab dem 15. Februar 2024.

Diese EU-weite Beschränkung harmonisiert die nationale Gesetzgebung, die in 23 EU-Mitgliedstaaten in unterschiedlicher Form bereits besteht, und führt in vier EU-Mitgliedstaaten zu einer neuen Gesetzgebung. Sie setzt auch das internationale Abkommen (AEWA) zum Schutz von Feuchtgebietsvögeln in der EU um.

Es wird erwartet, dass die Beschränkung von Bleimunition in Feuchtgebieten die Umwelt durch eine deutliche Verringerung der Bleiverschmutzung schützt und den vermeidbaren Tod durch Bleivergiftung von etwa einer Million Wasservögeln pro Jahr verhindert.

Die Beschränkung basiert auf der wissenschaftlichen Arbeit der ECHA und ihrer Ausschüsse für Risikobewertung und sozioökonomische Analyse. Die ECHA hat ihren Vorschlag (Anhang XV-Dossier) im April 2017 zur Bewertung eingereicht. Im August 2018 waren die Stellungnahmen der wissenschaftlichen Ausschüsse der ECHA zu dem Vorschlag fertig und wurden an die Europäische Kommission übermittelt.

Podcast interviews with stakeholders

We interviewed representatives from different organisations during an event organised by ECHA where stakeholders shared their views on a potential restriction on the use of lead in ammunition for hunting and sports shooting.

Ruth Cromie - Wildfowl and Wetlands Trust (WWT)
 

 

Niels Kanstrup - Danish Hunting Academy
 

 

Nina Mikander - African-Eurasian Migratory Waterbird Agreement (AEWA)
 

 

David Scallan - European Federation for Hunting and Conservation (FACE)
 

 

Hans Steinkellner - European Food Safety Authority (EFSA)
 

 

Philip Taylor - ELEY Limited (Ammunition manufacturer)
 

 

Planned timetable for restriction proposal for lead in shot in terrains other than wetland, other ammunition and fishing tackle

 

Future timings are tentative

  Lead in shot in terrains other than wetland, other ammunition and fishing tackle
Intention to prepare restriction dossier 3 October 2019
Call for evidence 3 October 2019 –
16 December 2019
Submission of restriction dossier 15 January 2021
Consultation of the Annex XV dossier (if conformity is passed) 24 March 2021 24 September 2021
RAC opinion Q4 2021
Draft SEAC opinion Q4 2021
Consultation on draft SEAC opinion Q1 2022
Combined final opinion submitted to the Commission Q2 2022
Draft amendment to the Annex XVII (draft restriction) by Commission Within 3 months of receipt of opinions
Discussions with Member State authorities and vote Q3/Q4 2022
Scrutiny by Council and European Parliament Before adoption (3 months)
Restriction adopted (if agreed) Q1/Q2 2023
 

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