Prüfung von Versuchsvorschlägen

Versuche an Wirbeltieren dürfen nur als letztes Mittel durchgeführt werden, um fehlende Informationen über einen Stoff zu erhalten und die Informationsanforderungen der REACH-Verordnung erfüllen zu können. Die ECHA prüft alle Vorschläge, um zu kontrollieren, ob zuverlässige und geeignete Daten gewonnen werden, und um unnötige Tierversuche zu vermeiden.

Die ECHA veröffentlicht jeden Versuchsvorschlag, der Versuche an Wirbeltieren betrifft, und bittet Dritte, wissenschaftlich fundierte Informationen und Studien einzureichen, die sich auf den betreffenden Stoff und die Gefahren-Endpunkte beziehen und von der ECHA bei der Ausarbeitung ihrer Entscheidung zum Versuchsvorschlag berücksichtigt werden könnten. Die Informationen sind innerhalb von 45 Tagen einzureichen.

Bei einem Entscheidungsentwurf gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Annahme des Versuchsvorschlags
  • Annahme des Versuchsvorschlags mit geänderten Versuchsbedingungen
  • Annahme oder Ablehnung des Versuchsvorschlags, jedoch mit der Auflage, dass ein oder mehrere zusätzliche Versuche durchgeführt werden
  • Ablehnung des Versuchsvorschlags

Die ECHA trifft die Entscheidung aufgrund des Vorschlags und der von Dritten eingereichten Informationen.

Falls sich eine Entscheidung auf eine der ersten drei Möglichkeiten bezieht und mehrere Versuchsvorschläge für denselben Stoff eingereicht wurden, müssen sich die Registranten darauf einigen, wer den Versuch durchführt.

Unzulässige Versuchsvorschläge

Es gibt mehrere Gründe für die Einstellung der Prüfung eines Versuchsvorschlags vor der Überweisung an die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten. Dazu gehören beispielsweise die Einstellung der Herstellung oder der Einfuhr durch den Registranten, die Zurückziehung der Versuchsvorschläge oder Unzulässigkeit.

Unzulässig sind Versuchsvorschläge, bei denen die REACH-Verordnung keine Prüfung von Versuchsvorschlägen vorsieht. Hierbei handelt es sich um folgende Fälle:

  1. Der Vorschlag bezieht sich auf die in Anhang VII und Anhang VIII aufgeführten Endpunkte.
  2. Der Versuch wird bereits durchgeführt oder wurde abgeschlossen.
  3. Statt Versuchsergebnissen wurde ein Versuchsvorschlag übermittelt, um einer vorangegangenen Entscheidung der zuständigen Behörde eines Mitgliedstaates gemäß Artikel 16 Absatz 1 oder 2 der Richtlinie für die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe zu entsprechen (siehe auch Artikel 135 der REACH-Verordnung).

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