Gemeinsame Nutzung von Daten

Die Verpflichtung zur gemeinsamen Nutzung von Informationen über Stoffe, die in der EU hergestellt, in Verkehr gebracht, verwendet oder in die EU importiert werden, ist ein wichtiger Gesichtspunkt von REACH. Auf diese Weise werden für Registranten des gleichen Stoffs die Registrierungskosten verringert und unnötige Versuche, vor allem an Wirbeltieren, vermieden. Wenn entsprechende Informationen verfügbar sind, müssen Studien mit Wirbeltierversuchen zwischen den Registranten ausgetauscht werden, um die Wiederholung von Versuchen zu vermeiden. Neue Wirbeltierstudien können nicht wiederholt werden.

Studien ohne Wirbeltierversuche sollten ebenfalls ausgetauscht werden, um die Registrierungskosten zu verringern.

Wenn ein Stoff von mehr als einem Unternehmen hergestellt oder importiert wird, geht der gemeinsamen Registrierung ein Dialog über die gemeinsame Nutzung von Daten voraus.

Es gibt zwei Mechanismen zur gemeinsamen Nutzung von Daten:

  • Foren zum Austausch von Stoffinformationen (SIEFs), die für vorregistrierte (bestehende) Phase-in-Stoffe verwendet werden
  • Anfrage, die für Nicht-Phase-in-Stoffe, d. h. neue Stoffe, und nicht vorregistrierte Phase-in-Stoffe verwendet wird

Die Mitregistranten müssen sich nach Kräften bemühen, die Kosten der gemeinsamen Nutzung von Informationen, die für die gemeinsame Registrierung erforderlich sind, auf angemessene, transparente und nicht diskriminierende Weise festzulegen. Alle Parteien müssen ihre Pflicht zur gemeinsamen Nutzung von Daten und zur gemeinsamen Einreichung rechtzeitig erfüllen. Können die Beteiligten keine Einigung erzielen, kann die ECHA bei der Beilegung von Streitigkeiten über die gemeinsame Nutzung von Daten behilflich sein. Dies sollte jedoch nur als letzter gangbarer Weg in Betracht gezogen werden.