Fortlaufender Aktionsplan der Gemeinschaft

Im fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) werden die Stoffe aufgeführt, die innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren bewertet werden müssen. Nach dem ersten Jahr wird der Plan aktualisiert, und es werden Stoffe für das weitere Jahr sowie Überarbeitungen der im zweiten und dritten Jahr des ursprünglichen Plans aufgenommenen Stoffe aufgenommen.

Diese unmittelbar zur Bewertung anstehenden Stoffe werden im ersten Jahr des Plans aufgeführt. Ein Mitgliedstaat kann jedoch jederzeit bekannt geben, dass er über Informationen verfügt, die nahe legen, dass der Stoff vorrangig bewertet werden soll, auch wenn er nicht in der CoRAP-Liste aufgeführt ist. Unter solchen Umständen kann der fortlaufende Aktionsplan der Gemeinschaft geändert werden, damit dieser Stoff vor der jährlichen Aktualisierung aufgenommen werden kann.

Auswahlkriterien

Die ECHA und die Mitgliedstaaten entwickeln risikobasierte Kriterien für die Auswahl der Stoffe zur Aufnahme in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft.

Die Auswahlkriterien beziehen sich auf Informationen über Gefahren, Expositionen und Mengenbereiche von Stoffen, einschließlich der Gesamtmenge desselben Stoffes aus mehreren Registrierungen. Die Kriterien in Verbindung mit Gefahr und Exposition werden nicht unabhängig, sondern in Kombination miteinander verwendet, um einen risikobasierten Ansatz zu verfolgen. So kann beispielsweise ein gefährlicher Stoff mit einer kontrollierten Exposition weniger vorrangig sein als ein weniger gefährlicher Stoff mit einer hohen Exposition.

Die Mitgliedstaaten tragen durch ihre Vorschläge von Stoffen für die Aufnahme zur Weiterentwicklung des fortlaufenden Aktionsplans der Gemeinschaft bei. Sie können dieselben risikobasierten Kriterien anlegen, die sie mit der ECHA vereinbart haben, oder in manchen Fällen auch andere risikobasierte Gründe angeben, die aufgrund nationaler Prioritäten Anlass zur Sorge geben.

Die Kriterien werden in regelmäßigen Abständen anhand der gesammelten Erfahrungen und der geänderten Prioritäten überarbeitet.

Nicht alle Stoffe, die den Kriterien entsprechen, werden zur Bewertung in die CoRAP-Liste aufgenommen. Die Mitgliedstaaten und die ECHA müssen prüfen, ob am Ende des Bewertungsprozesses die Anforderung weiterer Informationen dazu beitragen könnte, die ursprünglichen Bedenken bezüglich eines Stoffes zu klären. Ob ein Stoff in die CoRAP-Liste aufgenommen wird, hängt auch von den Interessen und Kapazitäten der Mitgliedstaaten ab.

Erstellung des fortlaufenden Aktionsplans der Gemeinschaft

Aufgrund der festgelegten risikobasierten Kriterien ermitteln die ECHA und die Mitgliedstaaten eine Reihe von Stoffen, die in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft aufgenommen werden könnten. Die Mitgliedstaaten bekunden ihr Interesse, einen bestimmten Stoff zu bewerten, so dass die ECHA einen Entwurf des fortlaufenden Aktionsplans mit den Bezeichnungen der Stoffe und den vorläufigen Jahren, in denen die Bewertung stattfinden soll, erstellen kann.

Der endgültige fortlaufende Aktionsplan der Gemeinschaft wird nach einer Konsultation unter den Mitgliedstaaten und nach Abgabe der Stellungnahme des Ausschusses der Mitgliedstaaten der ECHA angenommen. Ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung des Entwurfs des fortlaufenden Aktionsplans der Gemeinschaft können Stoffe hinzugefügt oder gestrichen werden, bevor die ECHA den endgültigen Aktionsplan annimmt. In dem endgültigen fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft sind die ursprünglichen Bedenken in Bezug auf die Stoffe aufgeführt, und es werden die Mitgliedstaaten benannt, die die Bewertung durchführen werden.

 

Die ECHA hat 2012 den ersten fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP ) für den Zeitraum 2012-2014 angenommen. Die ECHA wird den Mitgliedstaaten jährlich einen Entwurf zur Aktualisierung des CoRAP übermitteln.