Nanomaterialien

Nanomaterialien sind chemische Stoffe oder Materialien mit einer Partikelgröße von 1 bis 100 Nanometern (nm) in mindestens einer Dimension.

Aufgrund der größeren spezifischen Oberfläche je Volumen können Nanomaterialien im Vergleich zu demselben Material ohne Merkmale im Nanobereich andere Eigenschaften aufweisen. Daher können die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Nanomaterialien von den Eigenschaften der Stoffe in Bulkform oder von Partikeln mit größeren Maßen abweichen.

Die Nanotechnologie erlebt derzeit einen rasanten Aufstieg. Auf dem europäischen Markt sind bereits viele Produkte vertreten, die Nanomaterialien enthalten (z. B. Batterien, Beschichtungen, antibakterielle Kleidung, Kosmetikerzeugnisse, Lebensmittel). Nanomaterialien haben ein beachtliches technisches und kommerzielles Potenzial, können aber möglicherweise ein Risiko für die Umwelt darstellen und Anlass zur Besorgnis hinsichtlich der Gesundheit und Sicherheit von Mensch und Tier geben.

 

 

Auch wenn weder die REACH- noch die CLP-Verordnung ausdrückliche Anforderungen für Nanomaterialien enthalten, entsprechen diese Materialien der in den Verordnungen aufgestellten Definition für Stoffe, sodass die Bestimmungen dieser Verordnungen auf sie zutreffen. 2011 hat die Europäische Kommission eine konkrete Empfehlung zur Definition von Nanomaterialien veröffentlicht. Die Empfehlung soll in verschiedenen europäischen Verordnungen, darunter in der REACH- und der CLP-Verordnung, verwendet werden.

Der Einsatz von Nanomaterialien bietet zwar eindeutige praktische und wirtschaftliche Perspektiven, die schnelle Zunahme ihrer Verwendung wirft jedoch Fragen hinsichtlich ihrer möglichen Wirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt auf. Es besteht die Notwendigkeit, die potenziellen Risiken dieser neuen Formen von Materialien angemessen zu beurteilen und zu beherrschen. Obwohl Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender gemäß REACH-Verordnung verpflichtet sind, die sichere Verwendung aller Stoffe (unabhängig von deren Form) zu gewährleisten, stellt dies Regulierungsbehörden wie die Kommission und die ECHA sowie alle anderen Beteiligten vor neue Herausforderungen. 

Die ECHA arbeitet eng mit den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten, der Europäischen Kommission, Beteiligten und internationalen Organisationen, wie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), zusammen.

Aktivitäten der ECHA zu Nanomaterialien unter REACH und CLP

Da für Nanomaterialien die Bestimmungen der REACH- und der CLP-Verordnung gelten, muss die ECHA in der Lage sein, ihre Aufgaben innerhalb der verschiedenen REACH-Prozesse (wie Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkungen) und der verschiedenen CLP-Prozesse (wie Einstufung und Kennzeichnung) für Nanoformen genauso wie für jede andere Form eines Stoffes durchzuführen, und sie muss über ausreichend wissenschaftliche und technische Kapazitäten dafür verfügen.

In diesem Sinne hat die ECHA seit 2011 ihre Aktivitäten in diesem Bereich sukzessive ausgebaut und sich dabei auf folgende Aspekte konzentriert:

  • Aufbau interner und externer Kapazitäten
  • Erfahrungsaustausch und Abstimmung mit den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten (MSCA) sowie den Mitgliedern des Ausschusses der Mitgliedstaaten (MSC) und des Ausschusses für Risikobeurteilung (RAC) im Hinblick auf Sicherheitsinformationen zu Nanomaterialien in REACH-Registrierungsdossiers
  • Feedback und Beratung für Registranten, die zur nächsten Registrierungsfrist (2013) Nanomaterialien registrieren möchten 
  • Teilnahme und aktive Beteiligung an laufenden internationalen Regulierungstätigkeiten (wie der OECD-Arbeitsgruppe für hergestellte Nanomaterialien)
  • Durchführung von Webinaren zu Nanomaterialien, in denen die neuesten Entwicklungen bei REACH- und CLP-Prozessen in Bezug auf Nanomaterialien vorgestellt und besprochen werden und die Hilfestellung für Registranten beim Erstellen und Einreichen von Dossiers bieten, die sich auf Nanomaterialien beziehen. Besuchen Sie die Webinar-Seite, dort können Sie sich für bevorstehende Webinare anmelden und frühere Präsentationen abrufen.
  • Die Expertengruppe für Nanomaterialien (Nanomaterials Expert Group, ECHA-NMEG) wurde im Oktober 2012 mit Unterstützung der zuständigen Behörden für REACH und CLP (CARACAL) und für Biozidprodukte gegründet. Diese informelle Beratergruppe unterstützt die Umsetzung des Arbeitsplans 2016-2018 der ECHA für Nanomaterialien und steht mit Informationen und Beratung zu wissenschaftlichen und technischen Aspekten bezüglich der Umsetzung von REACH-, CLP- und BPR-Rechtsvorschriften hinsichtlich Nanomaterialien zur Seite.