Sind Chemikalien sicher?

Auf diese Frage gibt es keine einfache Antwort. Die Wahrheit ist, dass dies von der jeweiligen Chemikalie und der Menge, der man ausgesetzt ist, abhängt. Selbst Wasser kann gefährlich werden, wenn man zu viel auf einmal davon trinkt. Andererseits können bereits geringe Mengen einer Chemikalie wie Zyanid verheerende Gesundheitsschäden verursachen. Dies bringt uns zum Faktor Risiko. Das Risiko, das eine Chemikalie darstellt, basiert zunächst auf dem ihr innewohnenden Gefahrenpotenzial multipliziert mit dem Grad der Aussetzung – zum einen die Menge, der man ausgesetzt ist, zum anderen auch die Dauer.

Leider gehen Normalbürger nicht objektiv mit Risiken um. Wir unterschätzen beispielsweise Risiken, wenn wir uns ihnen freiwillig aussetzen und wenn wir der Meinung sind, die Situation „unter Kontrolle" zu haben. Gute Beispiele dafür sind Rauchen und zu schnelles Autofahren. Hingegen empfinden wir das Risiko in Situationen, die wir nicht unter Kontrolle haben und in denen ein Unfall unmittelbare und katastrophale Auswirkungen haben kann – wie etwa beim Fliegen – als wesentlich höher. Verkehrte Welt. In einem Flugzeug zu fliegen, ist eine sichere Reisemöglichkeit.

Hier spielen die Nachrichtenmedien eine wichtige Rolle. Viele von uns erhalten ihre Informationen über Risiken aus den Medien, und daher ist es wenig hilfreich, wenn beispielsweise in einer Woche behauptet wird, dass Rotwein gesundheitsfördernd sei, und in der darauffolgenden Woche verkündet wird, dass er Krebs verursachen könne.

Auf der ECHA-Webseite finden Sie Informationen zu den chemischen Stoffen, die bereits gemäß der REACH-Verordnung registriert wurden, und zu weiteren Stoffen, die bereits eingestuft wurden und speziell gekennzeichnet und verpackt werden müssen. Sie sind dort unter ihrer chemischen Bezeichnung angegeben, die Ihnen möglicherweise nicht bekannt ist – dennoch können Sie sich mit ein wenig Recherche über die Chemikalien informieren, denen Sie in Europa ausgesetzt sind.

REACH gibt Ihnen auch das Recht, Einzelhändler danach zu fragen, ob „besonders besorgniserregende Stoffe" – die gefährlichsten aller Chemikalien – bei der Herstellung eines bestimmten Produkts verwendet wurden. Der Einzelhändler muss Ihnen laut Gesetz Auskunft darüber erteilen.